Innovation

Wie bargeldloses Zahlen zum Vorteil für Händler wird

Ein Interview zur Händler-Zusammenarbeit mit Jürgen Schübel, Head of Merchant Solutions & Acceptance Central Europe bei Visa

By Jürgen Schübel, Head of Merchant Solutions Acceptance Central Europe

juergen schuebel interview

Warum sollten kleine Händler Visa akzeptieren?

Da gibt es mehrere gute Gründe: Digital zu bezahlen ist schneller als Bargeld zu nutzen. Eine kontaktlose Zahlung dauert weniger als eine Sekunde. Das hilft Händlern, Warteschlangen an der Kasse zu minimieren. Gerade bei kleineren Beträgen lohnt es sich, digital und kontaktlos zu bezahlen, da so die lästige Suche nach Kleingeld und Scheinen entfällt. Und natürlich können Händler durch Visa von Kunden aus aller Welt bezahlt werden – das steigert den Umsatz. Denn Visa ist die weltweit größte Zahlungsmarke – akzeptiert in über 200 Ländern und Regionen bei mehr als 61 Millionen Händlern und an 2,7 Millionen Geldautomaten. Und genauso wie die großen profitieren auch die kleinen Händler von den innovativen Technologien von Visa. Ein Beispiel: Konsumenten können ihre Visa Karte in ihrem Smartphone zum kontaktlosen Bezahlen hinterlegen. Für Händler ändert sich dabei nichts. Akzeptieren sie kontaktloses Bezahlen, dann ist das per Visa Karte, Smartphone und Smartwatch möglich – dafür müssen die Händler selbst nichts zusätzlich investieren. 

Wirkt sich die Corona-Krise positiv auf den Onlinehandel aus? Was bedeutet es für kleine Händler?

Der Trend ist eindeutig: Der Handel setzt darauf, dass Kunden sowohl online als auch im Ladengeschäft das gleiche Erlebnis haben. Der Konsument schätzt beim Einkaufen vor allem das Erlebnis – wir nennen das Experiential Commerce. Im stationären Handel werden die Shops auch nach Corona schöner, größer und interaktiver gestaltet werden. Es ist also sinnvoll, in sein Shop-Design zu investieren, weil der Kunde sich dort gerne aufhält und sich die Artikel in diesem Umfeld gerne anschaut. Dieses Shopping-Erlebnis wird auch zunehmend in den E-Commerce übertragen. Dazu werden Technologien wie Augmented Reality eingesetzt. So kann ein Möbelhändler online über eine Video-Brille oder über 3D-Szenarien ein Wohnzimmer darstellen, in dem man sich individuell einrichten kann, um genau solche Erlebnisse zu zeigen. Für Händler, die sich noch gar nicht mit E-Commerce beschäftigt haben, wird das Thema vor dem Hintergrund von möglichen unvorhersehbaren Lockdowns wichtiger. Restaurants oder Boutiquen wollen auch dann verkaufen und Umsatz machen können, wenn sich keine Kunden vor Ort aufhalten dürfen.

 

juergen schuebel
Jürgen Schübel, Head of Merchant Solutions & Acceptance Central Europe bei Visa

Wie arbeitet Visa mit Händlern zusammen?

Visa steht auf der ganzen Welt mit vielen Händlern in direktem Kontakt – mit großen und mit kleinen. Wir führen gemeinsam Innovationen ein, damit Verbraucher noch einfacher und schneller digital bezahlen können. Dazu gehört das bargeldlose Bezahlen mit Karte, dem Smartphone oder der Smartwatch – aber auch neue Lösungen wie der sogenannte „Self-Checkout“. Das ist eine besonders spannende Entwicklung. Denn Händler wünschen sich immer mehr, dass Konsumenten ihren Warenkorb selbstständig bezahlen können. An solchen Entwicklungen arbeiten wir eng mit dem Handel zusammen – denn nur gemeinsam können wir das bequeme Bezahlen von morgen gestalten.

Wie verändert sich das Bezahlen derzeit? Was bedeutet das für die Händler?

Wir bei Visa sehen einen klaren Trend zum kontaktlosen und mobilen Bezahlen – das ist jetzt ein Teil des „New Normal“. Denn es ist einfach, schnell und sicher. Niemand muss mehr nach einem Geldautomaten suchen. Und Rechnungen können ganz entspannt aufgeteilt werden, ganz ohne Wechselgeld zusammenzusuchen. In letzter Zeit macht auch der Hygiene-Aspekt das kontaktlose Bezahlen besonders attraktiv. Schon in den ersten Wochen der Corona-Pandemie haben viele Händler ihre Kunden dazu aufgefordert, mobil und kontaktlos zu bezahlen. Das hat diese Art zu Bezahlen enorm in der Gesellschaft verbreitet. Wenn Händler mit der Zeit gehen wollen, dann müssen sie ihren Kunden die Wahl geben, mit verschiedenen Geräten digital zu bezahlen. 

Wie können auch kleine Händler digitale Zahlungen annehmen?

Wenn es um effizientere Geschäftsabläufe geht, sind 43 Prozent der Händler offen für neue Ideen. 51 Prozent sehen es als Nachteil, dass sie regelmäßig Bargeld zur Bank bringen müssen. Denn die Verwaltung von Bargeld kostet Zeit und Geld. Und jeder zweite Händler hat kein gutes Gefühl dabei, große Summen Bargeld in seinem Geschäft zu haben. Das haben wir im vergangenen Jahr in einer umfassenden Visa Studie herausgefunden, die wir mit dem Marktforschungsunternehmen IPSOS im Handel- und Gastronomiebereich durchgeführt haben. Um zu zeigen, dass Visa Akzeptanz nicht teuer ist, haben wir eine Website entwickelt, die kleinen Händlern viele Informationen über die Vorzüge des mobilen, digitalen und allgemein bargeldlosen Bezahlens gibt. Diese Unterstützung ist wichtig, um die betriebswirtschaftliche Bedeutung für Händler herauszuarbeiten. Schließlich können sie durch diesen zusätzlichen Service tatsächlich mehr Umsatz machen und konkurrenzfähig bleiben. 

Wie kommt diese Kampagne bei den Händlern an? 

Wir bekommen eine sehr positive Resonanz. Die Händler brauchen diese transparenten Angebote und die bereitgestellten Partnerangebote werden sehr stark genutzt. Doch wir wollen nicht nur den stationären Handel, sondern auch den E-Commerce von kleinen Händlern noch stärker unterstützen. Händler sollen die Möglichkeit haben, ihre Ware sicher und schnell ins Ausland zu verkaufen. Visa stellt die internationale Zahlungsabwicklung sicher und hilft, internationale Verkaufsstrategien im Onlinehandel zu optimieren. 

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