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Checkout optimieren: Was einen guten Bezahlprozess ausmacht

Men and Women in a warehouse

Die Kaufentscheidung ist gefallen, der Warenkorb gefüllt. Und genau jetzt, im letzten Schritt, springen viele Verbraucher:innen ab. Sechs Tipps zeigen, wie Onlinehändler Kaufabbrüche vermeiden können. 

Mit dem Checkout steht oder fällt ein Onlinekauf. Häufig sind es Kleinigkeiten, die beim Bezahlen den Unterschied machen. Ein Formular mit zu vielen Pflichtfeldern, eine fehlende Zahlungsoption oder eine unübersichtliche Seite können ausreichen, um Verbraucher:innen zu verlieren.

So haben sieben von zehn Befragten einer Visa Studie bereits einen Onlinekauf abgebrochen. Einer der Hauptgründe war, dass die gewünschte Zahlungsart nicht verfügbar war (43 %) 1. Jeder Dritte hat als Grund einen zu komplizierten Bezahlprozess angegeben (31 %).1 Der Checkout sollte deshalb nicht als technisches Randdetail betrachtet werden, sondern nutzerzentriert gestaltet sein.

Sechs Tipps für einen guten Checkout

1. Kosten transparent anzeigen 

Ein reibungsloser Checkout beginnt bereits weit vor dem eigentlichen Bezahlen mit voller Kostentransparenz. Entsprechend den gesetzlichen Transparenzanforderungen sollten alle Kosten frühzeitig kommuniziert oder von vornherein in den angezeigten Preis eingerechnet werden. Das schafft Vertrauen genau dort, wo es zählt. Denn fast 40 % der Konsument:innen haben bereits einen Kauf abgebrochen, weil unerwartete Kosten für Versand, Steuern oder Gebühren den Gesamtpreis zu stark in die Höhe getrieben haben.2  

2. Formulare kürzen 

Grundsätzlich sollte das Bezahlen bequem und einfach sein. Hierzu gehört, dass Verbraucher:innen jederzeit wissen, wo im Bezahlprozess sie sich befinden. Einfache Fortschrittsanzeigen wie „Schritt 2 von 3“ helfen dabei, den Überblick zu behalten.

Das Formular sollte so kurz wie möglich sein. Jedes Eingabefeld, das nicht zwingend nötig ist, ist eine potenzielle Hürde. Deshalb gilt es, nur das Wesentliche abzufragen. Autofill-Funktionen, die Daten automatisch ergänzen, sparen zusätzlich Zeit und verringern Tippfehler. Entscheidend ist, dass der Online-Checkout mit Autofill korrekt funktioniert. 

Mit Click to Pay registrieren sich Verbraucher:innen einmalig mit ihrer E-Mail-Adresse und hinterlegen ihre Kartendaten. Immer mehr Banken bieten ihren Kund:innen diese Komfortfunktion in ihrer Banking-App an. Bei Händlern, die Click to Pay in ihren Karten-Checkout integriert haben, reicht danach die Eingabe der E-Mail-Adresse. Kund:innen können auch ohne Kundenkonto, Passwort und erneute Eingabe der Kartendaten bezahlen und profitieren dabei von einer zusätzlichen Sicherheitsebene: Click to Pay kann das Betrugsrisiko im Vergleich zur manuellen Eingabe von Kartendaten um 91 % senken.3

3. Bestellungen als Gast ermöglichen

Nicht alle Verbraucher:innen möchten beim ersten Kauf gleich ein Konto anlegen. Wer keine Gastbestellung anbietet, riskiert, dass Interessierte den Kauf abbrechen. Das Anlegen eines Benutzerkontos kann auch einfach im Anschluss an den erfolgreichen Kaufabschluss vorschlagen werden. Dann ist das Vertrauen bereits aufgebaut.

4. Checkout für mobile Geräte optimieren

Ein Großteil der Verbraucher:innen kauft heute über das Smartphone ein. Der Trend hält an: Prognosen zufolge werden bis 2029 rund 63 Prozent aller E-Commerce-Umsätze über mobile Geräte abgewickelt.4 Der Checkout sollte deshalb auch auf kleineren Bildschirmen zuverlässig funktionieren. Gut lesbare Schrift, ausreichend große Schaltflächen und ein responsives Layout sind dafür Voraussetzung. Auch der moderne Karten-Checkout mit Click to Pay ist hier von Bedeutung, denn auf mobilen Geräten ist es noch deutlich komplizierter, Bezahldaten manuell von der Karte abzutippen.

5. Mehrere Bezahloptionen anbieten

Verbraucher:innen haben unterschiedliche Präferenzen beim Bezahlen. Wer im Checkout nur eine oder zwei Methoden anbietet, schließt einen Teil der Kund:innen aus. Karten (Kredit- und Debitkarte) und digitale Wallets gehören zum Standard. Mit Lösungen wie Pay by Bank mit Tink zahlen Verbraucher:innen auch bequem per Direktüberweisung aus dem Online-Banking. 

6. Sicherheit sichtbar machen

Wenn Verbraucher:innen ihre Zahlungsdaten eingeben, möchten sie sicher sein, dass diese gut geschützt sind. Vertrauenssignale wie Sicherheitsbadges und eine mit TLS (Transport Layer Security) abgesicherte Website können helfen, mögliche Zweifel auszuräumen. TLS verschlüsselt Daten, die zwischen dem Browser von Kund:innen und dem Server der Shop-Website übertragen werden. Gleichzeitig bestätigt ein digitales Zertifikat die Identität der Website, so wissen Kund:innen, dass sie sich auf einer legitimen Seite befinden.

Auch das Bezahlen innerhalb des eigenen Shop-Umfelds, ohne Weiterleitung auf externe Seiten, stärkt das Sicherheitsgefühl. Sind die Informationen zu Rückgabe und Widerruf schnell zu finden, kann das zusätzlich das Vertrauen stärken. 

Auch nach dem Kauf zählt Verlässlichkeit: Eine Bestellbestätigung per E-Mail und eine Sendungsverfolgung schaffen Sicherheit. Wer zudem einen klaren Kontakt zum Kundenservice anbietet, schafft Verbindlichkeit. 

Bezahlen sollte vor allem sicher sein

Denn Verbraucher:innen ist es bei allem Komfort vor allem wichtig, dass sie jederzeit sicher bezahlen. Visa unterstützt Handel und Verbraucher:innen mit einer resilienten Infrastruktur und innovativen Sicherheitsmaßnahmen. Die Tokenisierung etwa ersetzt sensible Kartendaten durch einen digitalen Platzhalter. Dieser wird anstatt der echten Kartennummern der Verbraucher:innen übertragen. Im Falle eines Datenabgriffs sind Tokens für Angreifer:innen wertlos. Sie können nicht an anderer Stelle für eine Zahlung eingesetzt werden.

Checkliste für Onlinehändler 

Mit diesen Fragen lässt sich schnell überprüfen, ob der eigene Checkout gut aufgestellt ist:

  • Sind alle Kosten sichtbar, bevor Verbraucher:innen zur Kasse kommen?
  • Ist eine Gastbestellung möglich?
  • Werden mindestens drei Zahlungsoptionen angeboten?
  • Ist einfache Kartenzahlung mit Click to Pay möglich?
  • Funktioniert der Checkout auf dem Smartphone reibungslos?
  • Sind Sicherheitssignale klar sichtbar?
  • Gibt es eine automatische Bestellbestätigung per E-Mail und eine Sendungsverfolgung?
  • Ist der Kontakt zum Kundenservice gut sichtbar platziert?

 

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1 Bevölkerungsumfrage durchgeführt von C Space im Auftrag von Visa unter 500 Konsument:innen in Deutschland, die eine Debit- oder Kreditkarte benutzen und mindestens einmal im Monat online einkaufen. Onlinebefragung zwischen dem 28.03.23 und dem 04.04.23.

2Baymard Institute. Cart Abandonment Rate Statistics 2025

3 Visa Net, Global Risk Team, Click to Pay Betrugsraten (Oktober 2024-Februar 2025)

4Statista (2025, March). Mobile commerce worldwide – statistics and facts 

Tag: Digital commerce