Wo Produktideen Wirklichkeit werden

Ideen zu haben, reicht nicht aus – man muss sie auch umsetzen. In Berlin-Kreuzberg ist nun eine Plattform entstanden, in dem Innovations-Teams schnell erfahren, ob ihre Ideen marktreif sind oder nicht: die Co-Development Plattform von Visa und dem Spielfeld Digital Hub

Stephan Beyer, Director Innovation & Design, Visa

September 10,2019 06:47 AM Eastern Time

 

Wir kennen sie, die Innovationslabore, Inkubatoren, Hackathons und wie sie alle heißen. Sie sind hervorragend dafür geeignet, Ideen zu generieren und die Aufmerksamkeit auf neue Technologien und Geschäftsmodelle zu lenken – innerhalb und außerhalb eines Unternehmens.

Aber wenn wir ehrlich sind: Wie viele dieser neuen Ideen werden tatsächlich von Unternehmen realisiert? Und wie viele neue Ideen schaffen in Unternehmen den Sprung vom Prototyp zur ersten minimalen Produktversion? 

Wo in den letzten Jahren in vielen Unternehmen ein blinder Fleck beim Bewusstsein für Digitalisierung war, sehen wir heute die große Herausforderung bei der Ausführung von Ideen – ihre Generierung ist kein Problem. Dieses Hemmnis in der Umsetzung rührt daher, dass etablierte Unternehmen Risiken naturgemäß zu vermeiden suchen. Das Ergebnis sind vorprogrammierte Sackgassen in der Realisierung dieser Ideen.

Seit Jahren beschäftigen sich Produkt- und Innovationsverantwortliche mit Ideation, Prototypisierung und der Demokratisierung von Design Sprints. Mittlerweile beginnen sie sich die Frage zu stellen, was eigentlich dabei herauskommt und wie viele ihrer Ideen zu einem konkreten Ergebnis führen.

 

„Ideen sind nutzlos, bis man sie nutzt.“ – Theodore Levitt

 

Verstehen Sie mich nicht falsch – ich bin zu 100 Prozent ein Befürworter von Prototypisierung & Design Sprints. Doch die Möglichkeiten, die daraus entstehen, werden in den meisten Fällen nicht genutzt. In meiner Zusammenarbeit mit vielen Unternehmen und Innovationsteams hat sich ein Muster herausgebildet, wenn es um die Herausforderungen bei der Umsetzung geht. Es ist klar: Ein anderer Ansatz muss her.

Theodore Levitt hat es treffend formuliert: „Ideen sind nutzlos, bis man sie nutzt. Ihr Wert liegt in der Implementierung. Bis es soweit ist, liegen sie im Nebel.“

Innovationsprojekte in Unternehmen beginnen üblicherweise mit der Frage nach dem Was und dem Warum: „Warum ist es wichtig, sich mit dieser Herausforderung zu beschäftigen?“ und „Was genau ist das Problem und welche Lösungsansätze gibt es?“ Teams beginnen, ihre ersten Click-Dummys zu bauen: zeigbare Testmodelle. Man ist begeistert von den ersten Resultaten und es herrscht Aufbruchstimmung. Sobald es im Anschluss um die Umsetzung geht, klopft jedoch die Realität an die Tür und die Motivation versiegt.

Das ist im Normalfall der Punkt, an dem Unternehmen und Teams sich mit den Fragen nach dem Wie, Wer und Wo beschäftigen müssten – den Fragen, die auf die Ausführung der Idee zielen.

 

Hier ein paar Beispiele für Ausführungs-Fragen:

  • Wer übernimmt die Leitung dieses Projekts?
  • Welches Skillset wird benötigt?
  • Mit welchem Technologiepartner können wir diese Lösung verwirklichen?
  • Woher nehmen wir die Ressourcen?
  • Wie können wir unsere Annahmen schnell und kosteneffizient validieren?
  • Wie sieht die erste minimale Version des Produktes aus?
  • Und wie können wir in einer realitätsnahen Umgebung unser Produkt testen / ein vollumfängliches Proof-of-Concept ablegen, ohne ein Risiko für unsere Marke oder rechtliche Risiken zu erzeugen?
  • Wo können wir unser Team für die Dauer des Projektes unterbringen?

 

Schnelle Entwicklung im Spielfeld Digital Hub

In Berlin-Kreuzberg, unweit der Spree, ist eine Plattform entstanden, mit der Unternehmen genau diese Herausforderung lösen können. Das Visa Innovationsteam hat im Spielfeld Digital Hub in Kreuzberg eine Plattform geschaffen, die Unternehmen die wichtigsten Bausteine bietet, um Annahmen und Hypothesen schnell zu validieren, Proof-of-Concepts zu entwickeln und Live-Tests durchzuführen – um datengestützt Entscheidungen über das weitere Vorgehen zu treffen: implementieren, überarbeiten oder zurück zum Reißbrett.

Diese „Co-Development Plattform” ist eigens dafür gedacht, Unternehmen die fehlenden Bausteine zur Verwirklichung ihrer Ideen zu bieten. Dafür besteht die Plattform aus drei wichtigen Kernkomponenten, die auf den oben genannten Ausführungs-Fragen basieren:

 

  • WIE: Das Playbook — Ein bewährter Plan, ein Werkzeugkoffer aus Tools, Methoden und Best Practices, die ein Team von der Idee bis zum live-getesteten Proof-of-Concept führen. Schnell und effizient.
  • WER: Das Maker-Netzwerk — Eine Auswahl hervorragender Partner, die ihre Feuertaufe bereits bestanden haben. Sie bringen Expertise in unterschiedlichen Branchen und Bereichen wie User Research, Design und Entwicklung mit, um bei der Umsetzung die fehlenden Ressourcen und Skillsets auszugleichen
  • WO: Der richtige Raum für die Umsetzung von Projekten — Ein Umfeld mit Kundenorientierung, das Kreativität und Zusammenarbeit fördert, und Innovationsteams Raum zum Denken und Machen gibt.

 

Stephan Beyer, Director Innovation & Design Team bei Visa

 

 

Die Co-Development Plattform von Visa und dem Spielfeld Digital Hub in Berlin ist ein Beispiel für ein Umfeld, in dem Unternehmen in wenigen Monaten statt Jahren zu ersten Produkt-Ergebnissen kommen. Das modulare Angebot sorgt dafür, dass neue Produktchancen schneller validiert und getestet werden können – so kommen Unternehmen zu einer schnellen, datenbasierten Entscheidung, wie und ob eine Weiterentwicklung sinnvoll ist.