Fernabsatzgeschäft
Als Fernabsatzgeschäft bezeichnet man den Geschäftsbereich, in dem die Kartendaten nicht vor Ort eingelesen werden können, da weder der Karteninhaber noch die Karte präsent sind. Dabei wird weiter nach zwei Akzeptanzkanälen unterschieden:
- E-Commerce (Handel in offenen Netzen, insbesondere im Internet)
- Mail- und Telefonorder, MoTo, (Handel über Katalog, Anzeigen, Call-Center, u.a.)
Mail- / Telefonorder und E-Commerce-Transaktionen
Erster Kundenkontakt
Achten Sie darauf, dass Sie mindestens die folgenden Angaben vom Kunden erhalten:- Die Kartennummer
- Den Namen des Karteninhabers, wie auf der Karte geprägt
- Ablaufdatum der Karte, wie auf der Karte geprägt
- Die Rechnungsanschrift des Karteninhabers
- Ausgabenummer oder Datum, ab dem die Karte gültig ist (sofern auf der Karte angegeben)
- Nach Möglichkeit sollten Sie auch die folgenden Informationen besitzen:
- Eine telefonische Kontaktnummer (keine Handynummer)
- Den Namen der Bank oder Sparkasse, die die Karte ausgestellt hat
- Notieren Sie sich Datum und Uhrzeit des Gesprächs
- Achten Sie darauf, dass das Bestellformular unterzeichnet wird. Behalten Sie stets eine Kopie der schriftlichen Bestellung und des Liefernachweises und notieren Sie sich das Telefongespräch, so dass Sie die Angaben im Falle von Nachfragen überprüfen können.
- Verlangt Ihre Händlerbank weitere Informationen? Wenn ja, notieren Sie sich diese ebenfalls.
Autorisierung
Die Autorisierung und Ausgabe eines Autorisierungscodes für eine Transaktion gewährleisten noch keine Bezahlung – sie bedeuten nur, dass die Karte nicht als verloren oder gestohlen gemeldet wurde und zum Zeitpunkt der Autorisierung ausreichend Guthaben/Kredit vorhanden ist. Es ist damit aber nicht gewährleistet, dass die vom Karteninhaber angegebene Anschrift korrekt ist oder die Bestellung vom wirklichen Karteninhaber getätigt wurde.In den folgenden Fällen müssen Sie unbedingt eine telefonische Autorisierung einholen (sofern Ihr Terminal selbst noch keine automatische oder von Ihnen veranlasste Autorisierungsanfrage durchgeführt hat):
- Der Bestellwert beläuft sich mindestens auf Ihr Anfragelimit für CNP- oder MOTO-Transaktionen.
- Die Karte steht auf einer Warn- oder Verlustliste. Wenn Sie irgendwelche Zweifel haben, bitten Sie unbedingt um eine Code 10 Autorisierung oder informieren Sie Ihre Händlerbank.
- Fragen Sie nach, ob Ihre Bank eine spezielle Rufnummer für Transaktionen ohne vorliegende Karte besitzt.
- Teilen Sie dem Autorisierungszentrum unbedingt sofort mit, dass es sich hierbei um eine Transaktion ohne vorliegende Karte handelt
- Liefern Sie unter keinen Umständen Wiederholungsbestellungen aus, ohne wiederum eine Autorisierung einzuholen.
Weitere Kontrollen:
Vor Auslieferung der Waren können Sie weitere Kontrollmaßnahmen durchführen und so möglicherweise das Risiko verringern, dass Sie einen Betrüger bedienen.Einige Vorschläge:
- Überprüfen Sie die Angaben von unbekannten Geschäftskunden in den Gelben Seiten oder im Handelsregister
- Privatanschriften können z.B. im Telefonbuch überprüft werden
- Vertrauen Sie nicht unbedingt einer vom Kunden angegebenen Telefonnummer. Rufen Sie die Auskunft an, und fragen Sie nach der Telefonnummer für die vom Karteninhaber angegebene Anschrift (sofern möglich). Rufen Sie den Kunden unter dieser Nummer zurück, um die Bestellung zu bestätigen. Vielleicht wäre ein Telefon/Gerät mit Anruferanzeige sinnvoll, das die Rufnummer des Anrufenden einblendet.
- Haben Sie binnen kurzer Zeit mehrere Transaktionen von einem Unternehmen oder einer Person erhalten, mit dem/der Sie zuvor keine Geschäfte getätigt haben?
- Ist die Lieferanschrift schon einmal mit anderen Kartenangaben aufgetaucht?
- Vorsicht, wenn die telefonische Kontaktnummer eine Handynummer ist – bitten Sie um eine Rufnummer für einen Festanschluss und bestätigen Sie anhand dieser Nummer den Namen und die Anschrift des Kunden.
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