Die Zukunft des Einzelhandels ist digital
Visa präsentiert den Ergebnisbericht The Store of the Future 2012 to 2015“
Frankfurt, 18. April 2008 – Entgegen der Annahme, das Internet könne als Vertriebskanal schon bald den traditionellen Läden den Rang ablaufen, zeigt eine neue, von Visa Europe in Auftrag gegebene Studie, dass beide Formate parallel bestehen und einander ergänzen dürften. Für den Zeitraum 2012 bis 2015 wird mit einem Anstieg der Internet-Transaktionen auf knapp 20 Prozent der Umsätze gerechnet, wobei Webseiten zunehmend dem Einkauf und nicht nur der Information dienen werden. Zugleich ist von einer Verbreitung der digitalen Technik auch im Einzelhandel auszugehen. In der Folge wird es zu einer Zunahme des automatischen Self-Scannings, zur Verfolgung lagernder Produkte mittels RFID (Radio-Frequency IDentification) und zu zielgenauen Werbeaktionen kommen, die sich direkt beim Einkauf an den Konsumenten wenden. Prognostiziert wird überdies ein Angebot von PC- bzw. Webzugängen mit Produktinformationen und Kundenrezensionen in den Läden.
Laut des von Visa Europe in Auftrag gegebenen Berichts The Store of the Future 2012 to 2015“ des Centre for Retail Research, erscheint das Schicksal der Einkaufsstraßen ab dieser Zeit ungewiss, denn bis etwa 2012 erwartet über ein Viertel der Handelsketten (28,7 Prozent) einen Rückgang der Zahl ihrer Filialen. Wahrscheinlich dürften auch die Ladenformate einem Wandel unterliegen: 70 Prozent der Einzelhandelsketten rechnen mit der Einführung neuer Formate und einem verstärkten Informationsangebot.
Kunden werden über die Firmen-Webseite bestellen und das Bestellte im Laden abholen können, während sich kleinere Geschäfte vermehrt auf Dienstleistungen und Informationen konzentrieren und so eine umfangreiche Lagerhaltung vermeiden werden. Das automatische Self-Scanning wirft bereits seine Schatten voraus, geben doch über 22 Prozent der Handelsketten an, diese Technik in irgendeiner Form einführen zu wollen. Auf RFID-Tags setzen 34 Prozent der Händler, um ihr Lagermanagement künftig zu optimieren und auch Verkaufsförderung unter den Kunden zu betreiben. Fast die Hälfte der Ketten bereitet sich auf den Einsatz von Technologien vor, mit denen sich auf Grund von demografischen Informationen und Kundenkartendaten Verkaufsförderung über E-Mails und Texte betreiben lässt.
Dr. Steve Perry, Executive Vice President von Visa Europe, sagt: Die entscheidende Rolle der konvergierenden Technologien wird den Einzelhandel der Zukunft prägen. Das ist für uns alle bereits klar erkennbar. Die Studie zeigt, dass sich innerhalb relativ kurzer Zeit ein Wandel vollziehen kann und dass der Laden der Zukunft voraussichtlich im Zeichen einer ganzen Reihe von Technologien des digitalen Zeitalters stehen wird. Alle diese Technologien dienen einem gemeinsamen Ziel, nämlich größere Bequemlichkeit für den Kunden zu schaffen. Sie werden auch dem Handel etwas bringen, und zwar eine verstärkte Differenzierung und größeren geschäftlichen Erfolg.“
Der Bericht, der auf der Befragung von Händlern in sieben europäischen Ländern beruht, enthält weitere wichtige Ergebnisse:
- Fast 60 Prozent der Händler sehen den Hauptzweck von Webseiten in der Anbahnung und Abwicklung von Geschäften, ein Fünftel sieht ihren Nutzen in der Information.
- Rund 60 Prozent der Händler glauben, dass ihre Webseite und ihr Laden ähnlich strukturiert sein werden, während knapp 23 Prozent annehmen, dass gravierende Unterschiede bestehen und beide Kanäle vollkommen getrennte Funktionen übernehmen werden.
- Von jenen Befragten, die nicht mit einer vollständigen Konsistenz zwischen Webseite und Laden rechnen, wollen über 50 Prozent beide Formate getrennt betreiben.
- Mehr als zwei Drittel der Händler plant die Einführung neuer Formate, etwa von Informationsdiensten und lokalen Zustelldiensten neben den bestehenden Angeboten. Die größte Wahrscheinlichkeit dafür besteht unter den Händlern in Großbritannien und den Niederlanden.
- Im Zeitraum 2012 bis 2015 werden voraussichtlich mehr als 71 Prozent der Konsumenten vor einem Einkauf Marktforschung im Internet betreiben.
- 48 Prozent der Händler planen, ihren Kunden bis 2015 elektronische Hilfsmittel wie elektronische Kioske oder interaktive PCs zur Verfügung zu stellen. Schweden und Deutschland liegen bei diesem Trend (Erwartung von jeweils 52,7 Prozent und 52,6 Prozent) an der Spitze.
- 48 Prozent der Händler halten für die Zwecke der gewünschten Kundenautomation, also für Selbstbedienung und automatische Zahlungen, elektronische Zahlungsformen für wichtig oder sehr wichtig. Besonders vehement treten dafür die Händler in Großbritannien (53 Prozent) und den Niederlanden (50 Prozent) ein.
Auf die Frage nach der Wahrscheinlichkeit einer Einführung neuer, moderner Zahlungstechnologien zeigen europäische Händler, vor allem jene in Großbritannien, ein hohes Maß an potenzieller Akzeptanz. Hierbei geht es um Technologien wie Contactless Cards (mittels Drahtlostechnologie ohne physischen Kontakt lesbare Karten), Multi Application Cards oder Multifunktionskarten, die nach Belieben als Debit-, Kredit- oder Prepaid-Karten genutzt werden können, Key Fobs und Mobiltelefonzahlungen.
